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blauverschiebung NO1 [mehr] |
| Das Performance Festival "Blauverschiebung", das erste Festival dieser Art im gesamten Mitteldeutschen Raum, wird sich in seiner diesjährigen Durchführung dem Faktor Raum im Ausdrucksmittel der Performance widmen. Raum wird dabei durch die urbane Gestaltung und Architektur der Stadt Leipzig definiert und durch die Körperpräsenz der Performance subjektiv aufgeladen. | festival: 25.04. - 27.04.08 orte:
passagekino, naTo, Moritzbastei, galerie Born+Busse, Feinkost, innenstadt,
museum der bildenden künste, galerie KUB |
Ilka Theurich (Hannover) Ilka Theurich erforscht in ihren
Performances die Welt des konkreten Erlebens. Sie bietet dem Betrachter
einen Bilderreichtum von Tatsachen eigentümlichster Art an und fordert
Ihn damit auf, seine eigenen Wahrheiten zu erfahren und zu finden. |
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| judith huber
(schweiz) "changeable" ist ein Gebilde, ein Wesen, ein Ding, das sich entfaltet und faltet, ein wesendes Wesen, etwas zwischen Wesen und Skulptur. Es bewegt sich langsam fort und pausiert immer wieder. Durch die langsame Fortbewegung entlang von Mauern, über Randsteine, Wiesen und Wege oder durch Innenräume wird dem Betrachter/ der Betrachterin die Umgebung bewusst gemacht. Was für eine Materialität hat die Wand, der Boden, der architektonische Außen -- oder Innenraum an sich, durch den ich mich täglich bewege. Die Architektur und die Umgebung werden zum Widerstand und gleichzeitig zur Ergänzung, zum Mitakteure der Performance. Dieser Prozess der Wahrnehmung von visuell omnipräsenten -- und paradoxerweise deshalb nicht mehr wahrgenommenen -- Architekturelementen kann im Publikum eine Emotionalisierung der Architektur auslösen, hervorgerufen durch intensive Beschäftigung mit dem bespielten Ort. Durch diesen subtilen Eingriff in eine Atmosphäre möchte Judith Huber mit der Arbeit "changeable" die Architektur, den Raum, die Umgebung sichtbarer und erlebbar machen. |
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Irene Maag (Basel) Mit unterschiedlich langen Dachlatten
erfindet Irene Maag immer neue labile Konstruktionen. Zwischendurch krachen
die Latten lärmend auf den Boden. Mal stehen die Latten für
sich alleine an die Hausmauer angelehnt, mal ist sie selber Teil des Bauwerks.
Das Thema des Performance Festivals "Blauverschiebung" widmet
sich der Frage nach den psychischen und physischen Wechselwirkungen von
Architektur und Mensch. In einer von Architektur dominierenden Landschaft
muss der Mensch seine emotionale aufgeladenen Nischen finden, um seiner
Subjektivität Ausdruck zu verleihen. Eine notwenige Überlebensstrategie,
um sich in einer zunehmend anonymisierten und typisierten Umwelt zu behaupten.
Irene Maag versteht dies in Ihrer Performance "under construction"
mit profanen Mitteln zu visualisieren. Die Dauer der Performance ist dabei
von großer Bedeutung, sie signalisiert zum Einen den mühevollen
Prozess dieser einzugehenden Verbindung, zum Anderen zeigt sie die verschiedenen
Möglichkeiten auf, Teil, Herr, Untertan dieser konstruierten, architektonischen
Welt zu werden. |
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| Monika Ortmann
(Bochum) Eine Installation aus Strumpfhosen und Kokosnüssen die zur Visualisierung allgemeiner Verstrickungen und Bewegungen in Netzstrukturen dient. So entstehen innerhalb der Arbeit auch Netze und Strukturen, die sich mit Hierarchien und Ausbeutungsszenarien durch übergeordnete Systeme auseinandersetzen und Fragen nach der persönlichen Verortung in diesem Zusammenhang stellt. Beteiligte Künstler: Monika Ortmann (Musikerin, Performerin) |
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Frauke Frech (Genf, Kiel) Die Künstlerin Frauke Frech
wird mit einem Notebook auftreten. Das Publikum kann beobachten, wie innig
diese Zweierbeziehung sich entwickelt, in dem das Notebook als Partner,
als Geliebter fungiert. Überspitzt wird dieses Abhängigkeitsverhältnis
zwischen Mensch und Maschine offenbart. |
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Moritz
Fingerhut (Köln)
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| Marina Linares (Köln) Marina Linares inszeniert im
Rahmen ihrer Performance eine Rauminstallation mit meterlangen Malerei-Bahnen
bemalten Raumteilen, die den Raum teilen, begrenzen, gestalten. Die Aktion
macht die Ambivalenz von Grenzen fühlbar, indem die mobilen Wände
die Menschen schützend vereinen, aber auch Einzelne trennen, isolieren. |
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Stefan
Hauberg (Hamburg) Der Körper wird den Naturgewalten, hier der Sonne, ganz und gar überlassen. Der Anfang wird von dem Protagonisten gelegt, das daran anschließende Geschehen entzieht sich seiner Macht, der Ausgang ist unweigerlich der Fall -- im wahren Sinne des Wortes. |
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Hiwa K.
(Mainz) Der gebürtige Iraker Hiwa K. ist sowohl in der Videoperformance, als auch Performance Art tätig. Das Experiment mit seinem eigenen Körper, in Bezug auf Andere und auf seine Umwelt im Mittelpunkt. Dabei ergründet Hiwa K. diese Bezugspunkte gleich einem Forscher, der in absurden Experimenten, vielleicht genauso absurde Ergebnisse erhält. Das Absurde lässt den Betrachter nicht nur Schmunzeln, sondern regt zum Nachdenken an. Die tragische Komponente wird dabei geschickt in das Groteske eingewoben. |
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Elle Friis(Berlin) Ellen Friis wird einen Lichtstrahl von einem erhöhten Punkt in die unendlichen Weiten des Weltalls schicken. Der Strahl imaginiert bewusst eine skulpturale Form. Diese Lichtsäule wird ab dem performativen Akt -- wobei die Performance an sich symbolisch für den klaren und begrenzten Rahmen auf der Zeitachse steht - für alle Ewigkeit im Weltall schweben und so einen ironischen Kontrapunkt zu dem Zeitaspekt der Performance bilden. Endlichkeit und Unendlichkeit existieren durch den Akt der Performance, in der Skulptur des Strahl "materialisiert", zusammen im Augenblick. |
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| Marina Belobrovaja
(Zürich) Emma Nilsson (London) Nicolas Häberli (Zürich) |
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Dieser performative Vorträge wird die menschliche Physis sezieren, die menschliche Psyche erforschen und menschliche Strategien in den weiten des sozialen Lebens zu deuten suchen. Damit führt der letzte Teil ihrer Triologie, aufgeführt im Rahmen der Dokumenta XII, nach ausgedehnten Reisen durch die Welt und die Galaxis ganz zum Menschen zurück. Der Vortrag führt eine Vielzahl von Werken der Literatur- und Filmgeschichte zusammen, spielt Songs der Popgeschichte an und versucht nichts weniger, als alles zu einem feinen Geflecht zusammenzubringen. Dabei trifft der heilige Gral ganz selbstverständlich auf Heinz von Förster und Hildegard von Bingen auf Thomas Bernhard ... und so führt der Vortrag das Publikum am Schluss auch folgerichtig wieder an den Anfang zurück, ins Paradies und damit selbstverständlich zu den Fragen nach dem Glück und dem Sinn des Lebens. |
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| Angelica Schubert (Köln) Zeit an sich ist für die Performance-Künstlerin und Sängerin eines der wichtigsten Elemente ihrer Arbeit: jede Dokumentation kann hier nur Relikt der eigentlichen Kunst sein, die am Ende "nur" als Erinnerung von Publikum und Akteuren - und auch des Ortes - bestehen bleibt. Die Auseinandersetzung mit Zeit und Raum ist zentrale Thematik dieser Projekt-Reihe, z.B. die durch Langsamkeit erweiterte Zeit oder die Suche nach einer Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Orte wie ein ultralangsames Echo ihre Geschichte wieder spiegeln. |
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Wir danken allen Unterstützern.
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